Entdecke auch deinen ganz persönlichen Einrichtungsstil


Hallo und herzlich willkommen zurück auf meinem Einrichtungsblog. Hier erhältst du Ideen rund ums Wohnen, Einrichten und Dekorieren. Ich freue mich wenn dir mein Blog gefällt und du auch jetzt wieder mit dabei bist, wenn es gilt Einrichtungsstile aus aller Welt zu entdecken.



Skandinavisch oder mediterran

Im letzten Artikel haben wir bereits begonnen die Einrichtungsstile nach geografische Lage zu erforschen. Wir haben über den reduzierten und schlichten, aber sehr hyggeligen, wie die Skandinavier selbst sagen, Einrichtungsstil geschrieben. Dann sind wir einige hundert Kilometer in Europa nach Süden gewandert und haben den mediterranen Lebens- und Wohnstil entdeckt. Hierbei sind wir auf eine ganz andere, viel opulentere und wachere Art des Einrichtens gestoßen. Dunkle Möbel, gemusterte Stoffe und Geschirr aus Steinzeug zeichnen das südländische Wohnen aus. Ein ganz anderer Einrichtungsstil, jedoch nicht minder wohnlich.

Die Briten also

Doch jetzt ist es an der Zeit noch ein wenig weiter zu gehen und weitere Einrichtungsarten zu entdecken. Bleiben wir doch noch ein wenig in Europa und werfen ein Auge auf die guten Stuben unserer Nachbarn auf der Insel. Großbritannien, so sagt man, zeichnet sich durch sein oftmals schlechtes und nebeliges Wetter aus. Aber es findet sich, neben den obligatorischen und hippen Großstätten, auch viel grüne Natur, wundervolle Küsten, sowie Wälder, Hügel und Felder. Alles sehr ursprünglich und naturbelassen. So zeichnen sich auch viele Briten aus, durch eine starke Verbundenheit zur Natur und damit auch zu Wind und Wetter. Kein Wunder also, dass englische Wohnungen und Häuser oftmals sehr kuschelig und behaglich eingerichtet sind.

Beginnt man mit den Heimtextilien, so sind die Briten wohl alle zusammen etwas experimentierfreudiger als beispielsweise die Skandinavier. Es finden sich viele Kissen, Sofabezüge und Decken, selbst Tapeten mit aufgedruckten oder aufgestickten Ornamenten, Blüten oder - ganz typisch britisch im bekannten Paisley Muster. Nicht zu vergessen und fast schon britisches Nationalgut sind Stoffe und Dekoration mit den berühmten Karos. Sie sind ebenfalls fester Bestandteil der englischen Wohnkultur.

In den oftmals im britischen Landhausstil eingerichteten Küchen finden sich gemütliche Holztische und einladende Sitzbänke. Perfekt auch für Gäste, denn auf einer Bank hat immer noch einer mehr Platz wenn es darauf ankommt. Auch auf dem Porzellan oder den Gläsern und Vasen lieben es die Briten eher schnörkelig und verspielt. Gerne mit Rosen, Blüten oder Ranken schmücken sie ihre Regale und Fensterbretter. Was die Wahl der Möbel angeht, so sind die Briten auch eher verspielt und durchaus experimentierfreudig was die Zusammenstellung der einzelnen Möbelstücke angeht. So finden sich klassische Sofas kombiniert mit Sesseln, welche einen eher romantisch besticken Bezug haben. Im britischen Landhausstil sind der Fantasie und dem Einfallsreichtum was die Kombinationen und den Mustermix angeht nahezu keine Grenzen gesetzt.

Kolonialstil – europäisch über den Teich

Der Kolonialstil wurde stark europäisch geprägt. Europäische Seefahrer brachten ihren Einrichtungsstil mit in die neue Welt und so entwickelte sich nach und nach ein ganz eigen geprägter Stil mit starken europäischen Einflüssen. Ebenso wie es oft in Europa zu finden ist, zeichnet sich der Kolonialstil durch schwere dunkle Möbel und Hölzer aus. Vorherrschende Holzarten sind oftmals Mahagoni, Akazie oder Teak, ebenso finden sie als Zeichen der Naturverbundenheit viele Naturmaterialien. Diese sind zum Beispiel Seide, Baumwolle, Korbgeflecht, Bambus, Sisal oder Kokosfasern.

Der Kolonialstil ist ein bunter Mix aus britischen, spanischen und portugiesischen Einflüssen. So findet sich britisches Karo oder Paisleymuster neben Blütenornamenten und schweren dunklen Möbeln gemixt mit Teppichen aus edler Seide. Bei den Sofas oder den Sesselbezügen findet sich neben schweren Stoffen mit Ornamenten oder Stickereien oftmals auch Bezüge aus feinem Leder, welche erst im Laufe der Zeit ihre wundervolle Patina erhalten. Kombiniert werden die Möbelstücke oftmals auch mit Kissen und Heimtextilien mit Tierprint, wie Leopardenmuster oder Zebrastreifen, sowie Drucken oder Stickereien exotische Pflanzen. Dekorative Schalen sind oftmals in Holz oder Bambus gefertigt.

Architektur im Kolonialstil

Wirft man einen Blick auf die Architektur im Kolonialstil, so findet man sehr klassische und europäisch geprägte Elemente mit Säulen und Pfeiler, welche jedoch nicht, wie in Europa aus Stein und Marmor erbaut wurden, sondern aus regional verfügbaren Baustoffen wie Holz. So erhält der Kolonialstil mit seinen klassischen Elementen einen interessanten und exotischen Look durch die Mixtur der Bauelemente mit den verschiedenen Baumaterialien. Das berühmteste Bauwerk im Kolonialstil kennst wohl jeder von uns, auch wenn vielen vielleicht nicht bewusst ist, dass genau dies den Kolonialstil auszeichnet. Es ist das Weiße Haus in Washington. Der Sitz des US Präsidenten und der amerikanischen Regierung. Der Bau des Weißen Hauses wurde unter Präsident George Washington begonnen. Dieser plante es zusammen mit James Hoban, einem Architekten und Baumeister mit irischen Wurzeln. Auch dieser war durch seine Herkunft von europäische Kultur und Architektur geprägt. Hierdurch ist es nicht verwunderlich, dass er viele europäische Elemente und Teile des Klassizismus mit in dieses Bauwerk einfließen ließ. Baubeginn für dieses imposante Werk war im Jahre 1792. Es dauerte acht Jahre dieses schöne und heute weltberühmte Bauwerk fertigzustellen.

Baukosten, auf die heutige Kaufkraft umgerechnet beliefen sich auf fast schon sparsame 3,5 Millionen Dollar. Heute findet man kaum ein berühmteste Bauwerk, welches nicht einen mehrstelligen Millionenbetrag verschlingt. Bauen mit schmalem Budget würde man heute wahrscheinlich sagen. 1800 konnte das Weiße Haus dann seiner Bestimmung übergeben werden und fungierte erstmals als Regierungssitz für den amerikanischen Präsidenten. Sein Büro ist heute weltweit als Oval Office bekannt, eine Bezeichnung, welche sich aus der ovalen Form des Raumes ergibt. Es soll eine konstruktive Atmosphäre schaffen, da sich durch die Anordnung alle Personen bei Konferenzen in die Augen blicken können. Auch wenn man es anders vermutet, aber das Oval Office ist noch nicht immer Bestandteil des Weißen Hauses. Es befindet sich im Westflügel, welches erst im Nachhinein hinzugefügt wurde. Dies geschah auf Initiative von William Taft. Das Weiße Haus ist seit jeher Regierungs- und Wohnsitz des amtierenden amerikanischen Präsidenten. Ein schönes und repräsentatives Gebäude, der berühmteste Vertreter des kolonialen Stils, wie wir jetzt wissen.

Die Reise geht weiter

Mit dem Blick auf die britische Insel und über den großen Teich haben wir heute wieder zwei sehr wertvolle und wichtige Einrichtungsstile kennengelernt. Doch unsere Reise durch die Dekore der Welt endet hier noch nicht. Sie auch beim nächsten Mal wieder dabei und begleite mich die vielen farbenfrohen, schlichten, poppigen oder reduzierten Einrichtungsstile zu entdecken.