Wie Farben und Deko unser Leben beeinflussen

Wir haben uns ja bereits im letzten Artikel ausführlich damit beschäftig, dass weiße Wände viel Spielraum für Gestaltungsmöglichkeiten und Wohnideen haben und lassen. Egal, ob du den skandinavischen Stil in deine eigenen vier Wände holen möchtest, oder vielleicht auch einfach nur sehr puristisch in der Einrichtung bleiben möchtest. Die weißen Wände werden dir keine Vorschriften machen und dir alle Freiheiten in der Gestaltung lassen. Weiße Wände können zum Beispiel auch, passend zu jeder Jahreszeit, immer wieder neu mit Wandteppichen oder Wandbildern geschmückt werden. Das Weiß wird dabei immer den perfekten Hintergrund bilden ohne störend oder dominierend Einfluss zu nehmen. Du kannst dir also mit weißen Wänden alles überlegen und vieles ausprobieren.

Nur weiße Wände

Was aber, wenn dein Leben bunt und farbig ist und du jeden Tag aufs neue die Wunder der Welt genießt. Dann werden dir wahrscheinlich weiße Wände mit all der Vielfalt, die sie zu bieten haben auf Dauer ein wenig zu langweilig sein. Das ist vollkommen in Ordnung und auch gut so. Doch bevor du nun zu Farbe und Pinsel greifst, lass uns doch ein wenig weiter eintauchen in die Welt der Farbe und Farbharmonien. Auch sollte man immer im Hinterkopf haben, dass jede Farbe eine einzelne und sehr spezielle Wirkung auf uns Menschen hat. Damit können wir gezielt steuern wie wir uns in den einzelnen Räume fühlen wollen. Begleite mich ein Stück und lass und die Wirkung der Farben auf die Menschliche Psyche ein wenig näher erkunden.

Vom Auge direkt ins Gehirn

Wenn wir von der Wirkung der Farben auf die menschliche Psyche etwas wissen wollen, dann sollten wir uns einmal ganz genau ansehen, wie denn der Eindruck der leuchtenden, dämpfenden oder quietschbunten Farbe in unserem Gehirn landet. Alles beginnt damit, dass unser Auge die Wellenlänge des reflektierten Lichtes wahrnimmt. Dies reflektierte Wellenlänge ist je nach Farbe unterschiedlich. Wobei wir nicht alle Wellenlängen mit dem menschlichen Auge wahrnehmen können. Der Farbeindruck ist also beschränkt. UV Licht und Infrarot können wir mit dem Auge nicht sehen, jedoch macht sich die Wirkung dennoch auf dem menschlichen Körper sichtbar oder fühlbar. Das UV Licht nehmen wir wahr, wenn unsere Haut einen Rotton annimmt, verursacht durch einen zu langen ungeschützten Aufenthalt in der Sonne. Dann zeichnet sich im Frühjahr, wenn die Haut durch den langen Winter die Sonne auch noch nicht wieder gewöhnt ist, schnell ein Sonnenbrand ab. Deshalb ist hier Vorsicht geboten. Ein Lichtschutzfaktor ist immer dann empfohlen, wenn der körpereigene Sonnenschutz nicht mehr ausreicht. Das infrarote Licht oder die Infrarotstrahlen machen sich durch ein wärmendes Gefühl auf der Haut bemerkbar. Diesen Effekt macht man sich bei Infrarotkabinen zu Nutze. Eine tolle Möglichkeit sich bei Verspannungen oder nach einem kalten Spaziergang an der frischen Winterluft sich so richtig durchwärmen zu lassen.

Alle Farben des Regenbogens

Doch zwischen den für uns Menschen nicht sichtbaren ultravioletten und infraroten Strahlen tummeln sich eine Vielfalt an Wellenlängen in allen Farben des Regenbogens, welche sehr wohl für uns sichtbar sind. Hierbei ist anzumerken, dass Weiß alle Wellenlängen des Lichts reflektiert und somit als „Weiß“ erscheint, bei Schwarz hingegen ist es genau umgekehrt. Es reflektiert keine Wellenlängen des sichtbaren Lichts, sondern resorbiert alle. Hierdurch entsteht für uns der Farbeindruck Schwarz. Dazwischen kommt es zu ganz unterschiedlichen Reflexionen und Absorptionen, dass immer wieder neue und ganz unterschiedliche Farbeindrücke entstehen.

Was passiert also, wenn die reflektierten Wellen des Lichts auf unser Auge treffen? Sie landen auf der Netzhaut. Diese befindet sich ganz hinten im Auge. Die Netzhaut ist übersät mit sogenannten Zapfen und Stäbchen, welche jeweils für das Tag Sehen und das Nachtsehen verantwortlich sind. Kommt es zu einer Schädigung der Stäbchen kann es zum Beispiel passieren, dass man tagsüber tadellos alles scharf und genau erkennen kann, nachts jedoch blind wie ein Maulwurf ist. Das kann tatsächlich geschehen. Man nennt diese Phänomen Nachtblindheit und kommt dadurch zustande, dass sich Stäbchen und Zapfen das Sehen teilen. Ich weiß, heute ist viel Theorie und alles ganz furchtbar physikalisch und theoretisch, aber je besser wir die Vorgänge in unserem Körper verstehen, umso einleuchtender ist auch die Wirkung der Farben auf unsere Psyche. Und das wollen wir genau erkunden, ehe wir uns auf eine rote, grüne, gelbe oder lilane Wand einlassen. Die Wellen des sichtbaren Lichts treffen also auf unsere Stäbchen oder Zapfen, welche auf der Netzhaut des menschlichen Auges sitzen. Hierdurch kommt es zu einer photochemischen Reaktion innerhalb der Stäbchen oder Zapfen - und ich will es einfach halten – dadurch wird ein Signal oder ein Reiz ausgelöst, welche anschließend ans Gehirn weitergeleitet wird. Dies geschieht in weniger als einem Bruchteil einer Sekunde. Blitzschnell. Zack. Sehen. Immer wieder faszinierend was unser menschlicher Körper den ganzen Tag leistet, ohne, dass wir uns dessen wirklich bewusst sind. Jetzt ist vielleicht der perfekte Zeitpunkt – wobei der ja eigentlich immer ist – einmal einen Moment inne zu halten und dem Körper für seine tägliche und unermüdliche Arbeit zu danken.

Farbenblindheit

Neben den vermindertem Tag- und Nachtsehen kann es aber auch zu einer Sehschwäche bei der Farbwahrnehmung kommen. Dies wird bereits bei kleinen Kindern bei den sogenannten „U“ Untersuchungen kontrolliert. Auf vermeidlich spielerische Art müssen sie Hasen, Blumen oder Schmetterlinge jeweils in unterschiedlichem Farbkontrast ausfindig machen. Hierdurch können diese Kinder erkannt werden, bei denen die Farbwahrnehmung nicht wie gewohnt funktioniert. Dabei kann man zwischen einer Farbschwäche und einer Farbenblindheit unterscheiden. Bei einer Farbschwäche, wie zum Beispiel bei der Rot-Grün-Schwäche ist nur ein solitärer Farbwahrnehmungsreiz gestört. Es kann Rot nicht von Grün unterschieden werden. Das restliche Farbensehen funktioniert einwandfrei. Bei der totalen Farbenblindheit erscheinen die Farben nicht als Geld, Rot, Grün, Blau oder Rosa, sondern lediglich als abgestufte Grautöne. Die Ampel zum Beispiel wird nur durch die unterschiedliche Helligkeit der Graustufen erkannt. Grundsätzlich betrifft die Farbschwäche oder die Farbenblindheit mehr Männer als Frauen, was sich durch die Art und Weise der Vererbung erklären lässt. Dennoch kommen die Meisten mit ihrer Farbeinschränkung sehr gut im Leben zurecht.

So, jetzt haben wir wieder viel zu viel geredet und sind richtig in die Materie „eingetaucht“. Ich hoffe du begleitest mich noch ein Stück weiter, wenn wir uns dann wirklich mit der Wirkung der Farben auf die menschliche Psyche und die noch sehr neue Wohnpsychologie beschäftigen. Ich freue mich auf dich. Hab´s fein und auf Bald.