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GoingPublic 1/2017 - „Schaffung eines echten Binnenmarktes für Kapital“

Interview mit Ingo Wegerich, Rechtsanwalt und Partner, André Röhrle, LL.M., Rechtsanwalt, Luther Rechtsanwaltsgesellschaft

36 Januar 2017 Eng damit verknüpft: eine neue Pros- pektverordnung. Macht die EU-Emis- sionen nun leichter oder schwieriger mit neuerlichen Vorgaben aus Brüssel? Wegerich: Hier sind ganz erhebliche Erleichterungen vorgesehen. Für die Unternehmen besteht auch finanziell sehr großes Einsparpotenzial – insbesondere durch großzügige Ausnahmen von der Prospektpflicht, den KMU-freundlichen Prospekt, ein geplantes Prospektformat in Form eines Frage- und Antwortprospektes für KMU sowie durch erhebliche Prospekt- erleichterungen bei Sekundäremissionen. Momentan befinden wir uns noch im Gesetzgebungsverfahren. Wie die konkre- te Ausgestaltung aussehen wird, bleibt abzuwarten – mit ganz deutlichen Verein- fachungen ist zu rechnen. Was aus dem „Gesamtkatalog“ ist klare Verordnung und was Richtlinie? Bei GoingPublic: Herr Wegerich, Herr Röhrle, vor Kurzem führte Luther – gemeinsam mit der Deutschen Börse – eine Veran- staltungsreihe zu Alternativen zur Bankenfinanzierung durch. Ihr Fazit? Wegerich: Unser Mitveranstalter, die Deutsche Börse AG, und wir waren sehr zufrieden mit der Resonanz seitens der Unternehmen. Eine Vielzahl von Vorstän- den und Geschäftsführern großer mittel- ständischer Unternehmen hat unsere Veranstaltungsreihe besucht. Das zeigt auch, dass große mittelständische Unter- nehmen wieder verstärkt den Kapital- markt zur Unternehmensfinanzierung nutzen möchten. Weshalb gerade Leipzig und Berlin? Wegerich: Wir haben unsere Veranstal- tungsreihe Anfang dieses Jahres in Hamburg und Köln gestartet. Leipzig und Berlin waren nun zwei weitere Folgeveran- staltungen. Weitere sind für das nächste Jahr aufgrund des großen Erfolges fest eingeplant und wir haben hierzu auch schon die ersten Anmeldungen erhalten. Luther ist die erste Kanzlei, die das Thema Kapitalmarktunion und ihre Erleichterun- gen für kleine und mittlere Unternehmen groß aufgreift. Dieses Thema passt auch sehr gut zu uns. Luther hat sehr viele gro- ße mittelständische Mandanten auch aus seiner Historie mit Arthur Andersen und Ernst & Young. Kaum eine andere Kanzlei ist regional so gut vertreten mit Stand- orten in Hamburg, Hannover, Berlin, Leipzig, Essen, Düsseldorf, Köln, Frank- furt, Stuttgart und München. Wo liegt denn das Problem bei „euro- päischer“ Bankfinanzierung? Röhrle: Vergleicht man, wie sich Unter- nehmen in Europa, den USA oder Asien finanzieren, muss man feststellen, dass in Europa mehr als 70% der Unternehmens- finanzierungen über Banken laufen – in den USA sind dagegen mehr als 70% nicht- bankbasiert, in Asien über 50%. Gerade in einer Zeit restriktiver Kreditvergaben durch Banken ist diese Abhängigkeit vom Bankensektor problematisch. Dies hat auch die EU-Kommission erkannt und will dem mit der Initiative zur Kapitalmarkt- union begegnen. Im Kern geht es um die europäische Kapitalmarktunion. Können Sie grob sagen, was man sich darunter vorstellen muss? Wegerich: Dahinter steht der Gedanke, dass die EU-Kommission die europäische Wirtschaft stärken und Investitionen an- kurbeln möchte. Um dies auch langfristig erreichen zu können, werden stärkere Kapitalmärkte benötigt. Ziel ist die Schaf- fung eines echten Binnenmarktes für Kapi- tal: also eine Kapitalmarktunion. Hiermit verbunden die Schaffung von Erleichte- rungen für den Kapitalmarktzugang von kleinen und mittleren Unternehmen und die Wiederherstellung des Vertrauens in die Finanzmärkte. „Schaffung eines echten Binnenmarktes für Kapital“ Interview mit IngoWegerich,Rechtsanwalt und Partner,André Röhrle,LL.M., Rechtsanwalt, Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH Legal ZU DEN INTERVIEWPARTNERN Rechtsanwalt Ingo Wegerich leitet bei Luther den Bereich Bank- und Kapital- marktrecht. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Bereich Kapitalmarktrecht. Das JUVE-Handbuch führt ihn seit vielen Jahren als häufig empfohlenen Rechtsanwalt im Bereich Strukturierte Finanzierung. André Röhrle ist Rechtsanwalt im Bereich Bank- und Kapitalmarktrecht bei Luther. Gerade in einer Zeit res- triktiver Kreditvergaben durch Banken ist diese Abhängigkeit vom Banken- sektor problematisch. André Röhrle

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