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GoingPublic 1/2017

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strategischen Vorgehen. Bei öffentlichen Übernahmen läuft der Bieter daher nicht Gefahr, dass der Verkäufer „kurz vor Schluss“ abspringt, weil man doch nicht zueinander findet. Auch der Erwerb einer Minderheits- beteiligung kann – abhängig von der Stra- tegie des Bieters – bereits ein Erfolg sein. Eine maßgebliche Besetzung des Auf- sichtsrats und damit die Bestellung des Vorstands sind oft schon unterhalb der Kontrollschwelle von 30% der Stimm- rechte möglich. Ein Investor kann bereits mit weniger als 50% der Anteile über eine stabile Hauptversammlungsmehrheit ver- fügen und damit wichtige Richtungsent- scheidungen, wie Kapitalmaßnahmen oder Gewinnverwendung, kontrollieren. Ein Anteil von über 50% erlaubt eine Kon- solidierung. Der Abschluss eines Unter- nehmensvertrags und die Verschmelzung mit einer anderen Konzerngesellschaft stellen wichtige Maßnahmen zur Einglie- derung in die eigene Unternehmensgrup- pe dar. Die erforderliche Mehrheit von 75% der Stimmrechte wird bei öffentlichen Übernahmen nicht selten eingesammelt – der chinesische Midea-Konzern erreichte bei KUKA knapp 95%. Viele deutsche Branchen attraktiv Das deutsche Übernahmeregime mag gerade auf asiatische Anleger bürokra- tisch und die Integration der Gesellschaft kompliziert wirken. Bei näherer Betrach- tung verliert der rechtliche Rahmen jedoch an Komplexität und gibt den Blick auf seine konsistente und praxisnahe Struktur frei. Seine Relevanz wird bei einer Betrachtung der für chinesische Investoren zukunftsträchtigen Branchen noch deutlicher. Der 13. Fünfjahresplan für die Jahre 2016 bis 2020 und das Strate- giepapier „Made in China 2025“ dienen als „Blaupausen“ für weitere Outbound- Investments. Ihr Fokus liegt weiterhin auf technologiebasierten Bereichen wie Biolo- gie- und Medizintechnik, IT, Elektronik und Robotik, aber auch der Pharma- und Gesundheitsbranche (vgl. GoingPublic Magazin 12/2016). Nicht wenige Unterneh- men mit einschlägigen Geschäftsfeldern und Know-how sind hierzulande an der Börse – etwa im TecDAX – gelistet. Abzuwarten bleiben die ungewohnt protektionistischen Impulse, die die Poli- tik sowohl in Deutschland mit der beab- sichtigten Verschärfung des Außenwirt- schaftsgesetzes als auch in China jüngst angekündigt hat. Einen Entwurf hat das Bundeswirtschaftsministerium bislang nicht vorgelegt, Überschneidungen mit den von Peking avisierten Branchen dürften jedoch kaum überraschen. Doch auch die chinesische Staatsführung will Investitionen im Ausland künftig strenger kontrollieren – auch um einen ungezielten Mittelabfluss ins Ausland zu verhindern. Diese Entwicklungen dürften jedoch wenig an der Attraktivität deutscher börsennotierter Unternehmen insbeson- dere für chinesische Investoren ändern. Das deutsche Übernahmeregime stellt ein Planungs- und Umsetzungsinstrument zur Verfügung, das nicht zuletzt gegenüber privaten M&A-Prozessen zahlreiche Vor- teile bietet. Die von Peking angepeilten Branchen definieren einen gewissen Fokus – letztlich ist aber kaum ein Unternehmen gegen eine Übernahme „immun“. Diese Unternehmen, wie auch potenzielle Inves- toren, sollten sich daher mit dem deut- schen Übernahmerecht zeitnah vertraut machen, um Übernahmeangebote mit der gebotenen Sorgfalt und Professionalität zu meistern. Q Die Entscheidung über den Erfolg einer – auch feindlichen – Übernah- me liegt letztlich bei den Aktionären. Für sie ist erfahrungsgemäß die Attraktivität der Gegenleistung entschei- dend. ANZEIGE Legal • www.bondguide.de • BondGuide • BondGuide-Flash • News, Analysen, Statistiken und Hintergrundberichte zu deutschen Unternehmensanleihen Wer Anleihen sagt, meint BondGuide. BONDGUIDE Das Portal für Unternehmensanleihen

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