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GoingPublic 1/2017 - An offer he can’t refuse?

Argumente für Public M&ATransaktionen in Deutschland

34 Januar 2017 An offer he can’t refuse? Argumente für Public M&A-Transaktionen in Deutschland In den letzten zwölf Monaten waren chinesische Investitionen in Europa ein wesentlicher Treiber des globalen M&A-Markts (vgl. GoingPublic Magazin 12/2016, S. 18 ff.). Laut einer Untersuchung von EY nahm Deutschland mit 37 Transaktionen und einem Gesamtvolumen von 10,7 Mrd. EUR allein im ersten Halbjahr 2016 die Spitzenposition ein. 2016 gab es auch vermehrt M&A-Transaktionen aus dem Reich der Mitte, die börsennotierte Zielgesellschaften in Deutschland im Visier hatten – nicht zuletzt die Übernahme des Maschinenbauers KUKA oder das Übernahmeverfahren um Aixtron. Viele ausländische Investoren fürchten aber nach wie vor die vermeintliche Komplexität und das strenge Regelkorsett bei der Übernahme deutscher börsennotierter Unternehmen. Während der Erwerb nicht-börsennotierter Unternehmen oft bis zuletzt mit zahlreichen Unwägbarkeiten verbunden war, bietet das deutsche Regime für öffentliche Übernahmen jedoch viele Vorteile. Von Dr. Lars-Gerrit Lüßmann und Dr. Sebastian Beyer S o ist der Einigungsbedarf mit dem Management der Zielgesellschaft erheblich geringer. Zumeist bedarf es lediglich der Einigung über einige wesentliche Eckpunkte (strategische Lo- gik, Governance, Gegenleistung/Umtausch- verhältnis, Transaktionsstruktur), um aus einem Übernahmeangebot für den Vor- stand der Zielgesellschaft ein „offer he can’t refuse“ zu machen. Übernahmen bei börsennotierten Gesellschaften In Unternehmen mit geschlossenem Gesellschafterkreis können die maßgeb- lichen Akteure in ihrem Umgang mit einem Erwerbsinteressenten jedenfalls in der Praxis frei agieren und über das Schicksal von Vertragsverhandlungen auch aus sub- jektiven Kriterien entscheiden. Gerade gegenüber ausländischen Investoren kön- nen dabei diffuse Ängste eine Rolle spielen. Die Verwaltung einer börsen- notierten Zielgesellschaft ist hingegen strikt an das Gesellschaftsinteresse und das Neutralitätsgebot gebunden. Bei der Beurteilung des Angebots ist die Verwal- tung der Zielgesellschaft auf objektive Kri- terien wie die industrielle Logik oder die Angemessenheit der Gegenleistung be- schränkt: Sie kann den Erfolg der Über- nahme allenfalls beeinflussen, aber nicht verhindern. Stimmen die strategische Logik und die Gegenleistung, werden Vorstand und Aufsichtsrat pflichtgemäß kaum von der Annahme des Angebots abraten können. Ferner sind wesentliche Eckpfeiler der Transaktion, wie Ablauf oder anzubie- tende Mindestgegenleistung, gesetzlich verbindlich geregelt. Das führt zu Rechts-, Planungs- und einer gewissen Transak- tionssicherheit und gewährleistet eine beachtliche Planbarkeit des Erfolgs der Transaktion. Dank kapitalmarktrecht- licher Publizitäts- und Transparenzvor- schriften kann sich der Käufer bereits anhand öffentlich zugänglicher Quellen ein Bild von der Zielgesellschaft machen. Auf die Kooperationsbereitschaft der Verwaltung der Zielgesellschaft kommt es zunächst nicht an. Vorbereitung ist alles Die Entscheidung über den Erfolg einer – auch feindlichen – Übernahme liegt letzt- lich bei den Aktionären. Für sie ist erfahrungsgemäß die Attraktivität der Gegenleistung entscheidend. Eine attrak- tive Prämie auf den Börsenkurs erhöht die Transaktionswahrscheinlichkeit. Erfolg und Misserfolg der Transaktion hängt nicht von Wohl und Wehe des Verhand- lungspartners und individuellem Verhand- lungsgeschick ab, sondern von sorg- fältiger Vorbereitung und geschicktem ZU DEN AUTOREN Dr. Lars-Gerrit Lüßmann ist Rechtsanwalt und Partner im Frankfurter Büro von Taylor Wessing und Co-Head des Bereichs Capital Markets von Taylor Wessing in Deutschland. Er ist spezialisiert auf Kapital- markttransaktionen mit Schwerpunkt auf öffentliche Übernahmen und M&A- Transaktionen, Aktienplatzierungen und Börsenzulassungen sowie die rechtliche und strategische Beratung von Vorständen und Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen. Dr. Sebastian Beyer ist Rechtsanwalt im Frankfurter Büro von Taylor Wessing. Er berät schwerpunktmäßig börsennotierte und kapitalmarktorientierte Gesellschaften in allen Bereichen des Aktien- und Kapital- marktrechts insbesondere bei Kapital- erhöhungen, Börsengängen und öffent- lichen Übernahmen. Die Verwaltung einer börsennotierten Ziel- gesellschaft ist strikt an das Gesellschaftsinteresse und das Neutralitäts- gebot gebunden. Legal

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