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GoingPublic 1/2017 - Menü zur Berichtssaison

Welche besonderen und individuellen Vorlieben bei Geschäftsberichten vorherrschen

30 Januar 2017 Menü zur Berichtssaison Welche besonderen und individuellen Vorlieben bei Geschäftsberichten vorherrschen Die meisten börsennotierten Unternehmen mit Geschäftsjahr = Kalenderjahr befinden sich aktuell bereits in intensiven Vorbereitungen für ihren anstehenden Geschäftsbericht 2016. Gemäß Corporate-Governance-Empfehlungen sollte er spätestens Ende März 2017 veröffentlicht werden. Von Ursula Querette W ie intensiv machen sich die Emittenten eigentlich Gedan- ken über die Leserschaft ihrer Geschäftsberichte? Oder kulinarisch be- trachtet: Wie muss ich das Menü zusam- menstellen, damit alle davon kosten? Drei Gänge sind ausreichend für den Hunger Instinctif Partners hat im Herbst eine Umfrage bei rund 20 ausgewählten institu- tionellen Investoren und Analysten gemacht. Verständlicherweise benennt diese Zielgruppe klar den Pflichtteil, d.h. Lagebericht, Abschluss und Anhang, als den für sie relevanten Teil des Geschäfts- berichts. Jedoch gibt mehr als die Hälfte der Befragten an, dort nicht immer alle benötigten Informationen zu finden. Sind den Unternehmen die Inhaltswünsche ihrer Investoren womöglich nicht bekannt oder werden diese, wie von einzelnen Befragten vermutet, bewusst weggelassen? Mehr Transparenz steht daher ganz oben auf der Wunschliste. Folgende Informationen werden insbe- sondere bei Small- und Midcap-Unterneh- men vermisst (Auswahl): X Anschaulichkeit bei der Beschreibung der Geschäftsmodelle X Klare Aussagen zur Strategie des Unter- nehmens X Welche Themen, Trends und Projekte stehen an? X Offene und ehrliche Darstellung von Problemen X Konkrete Beschreibung der Konkur- renzsituation und der Wettbewerbsvor- teile X Aussagen zur unternehmensspezifi- schen Marktentwicklung, Erläuterung von Trends X Ausführliche Informationen zu Corpo- rate-Governance-Themen, insbesondere verständliche Erklärung des Manage- ment-Vergütungssystems, Erläuterung der Mitarbeiter-Incentivierung, Auf- sichtsrats- und Besetzungsthemen so- wie detaillierte Aussagen im Hinblick auf Interessenkonflikte X Mehr operative Kennzahlen und eine ausführlichere Segmentberichterstat- tung X Mehr Grafiken, Tabellen und Illustratio- nen zur schnelleren Erfassung anstelle von Text im Lagebericht X Zeitreihen, Jahresübersichten und Soll-Ist-Werte zur besseren Vergleich- barkeit Die Geschmäcker sind verschieden Die oben genannten institutionellen Inves- toren und Analysten sowie andere Geld- geber eines Unternehmens sind die zentrale Zielgruppe des Geschäftsberichts. Gewinnt man ihr Vertrauen, sorgen sie dafür, dass das Unternehmen ausreichend kapitali- siert ist, um seinen Geschäftszweck zu erfüllen. Für diese und weitere Stakeholder ZUR AUTORIN Ursula Querette, ehemalige Investment- bankerin, ist seit November 2012 als Managing Partner bei der Kommuni- kationsagentur Instinctif Partners für den Bereich Finanzmarkt & Investor Relations in Deutschland verantwortlich. DIE VEGANE VARIANTE ODER: Der neue „Pflicht“-Gang für den großen Hunger Geschäftsberichte großer kapitalmarktorientierter Kapitalgesellschaften im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB müssen für ab dem 1.1.2017 beginnende Geschäftsjahre im Lagebericht eine sogenannte „nicht-finanzielle Erklärung“ enthalten. Alternativ können die Unternehmen auch einen separaten Nachhaltigkeitsbericht bis zu sechs Monate nach dem Abschlussstichtag auf ihrer Internetseite veröffentlichen. Diesem Gang kann man sich also in zeitlich entspannter Atmosphäre widmen. Die geforderten Inhalte des Nachhaltigkeitsberichts umfassen: X Eine kurze Beschreibung des Geschäftsmodells X Umweltbelange X Arbeitnehmerbelange X Sozialbelange X Die Achtung der Menschenrechte X Bekämpfung von Korruption und Bestechung Being Public

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