Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

GoingPublic 1/2017 - Die gesetzliche Frauenquote – eine erste Bilanz!

DIRK Corner: Studie zur Umsetzung im DAX und MDAX

26 Januar 2017 Die gesetzliche Frauenquote – eine erste Bilanz! Studie zur Umsetzung im DAX und MDAX Am 1. Mai 2015 trat die gesetzliche Frauenquote in Kraft. Seither sind die betroffenen Unternehmen im Zugzwang und mussten diverse Festlegungen über Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand, der ersten und zweiten Führungsebene sowie im Aufsichtsrat nebst Fristen zu deren Erreichung treffen (sog. flexible Frauenquote). Dafür musste der Status quo ermittelt und insbesondere Zielgrößen bestimmt werden. Die Ergebnisse wurden im Rahmen einer Studie analysiert. Von Dr. Katharina Stüber neue – neben den im Unternehmen bereits eingeführten – Führungsebenen definiert werden mussten, da sich die individuell festzulegenden Zielgrößen für den Frauen- anteil nicht auf den Konzern, sondern auf die deutsche juristische Person beziehen mussten. Die Studie hat dabei nicht nur untersucht, welche Zielgrößen für diese Führungsebenen festgelegt wurden, son- dern auch, soweit dies aus den Lage- berichten ersichtlich war, welche Erhö- hung des Frauenanteils angestrebt wurde. Status quo oft als Zielgröße Die Auswertung zeigt, dass häufig der Status quo des Frauenanteils auch als Ziel- größe festgelegt wurde. Dies steht zwar im Einklang mit den gesetzlichen Vorga- ben, wohl aber nicht mit den Bekundun- gen der Politik, die „ambitionierte Ziele“ Ü ber die flexible Frauenquote muss- ten die Unternehmen bereits einen ersten Bericht abliefern. Meist erfolgte dies in den Lageberichten der betroffenen Gesellschaften. Die Lage- berichte der im DAX und MDAX gelisteten Gesellschaften für das Geschäftsjahr 2015 hat Allen & Overy mit Blick auf die gesetz- lichen Vorgaben ausgewertet und veröf- fentlicht die Ergebnisse in einer Studie, in der auch Führungskräfte und Experten aus der Praxis zu Wort kommen. Bisher wurden in erster Linie die gesetzlichen Regelungen der Frauenquote für Vorstand und Auf- sichtsrat in den Vordergrund gerückt und dabei häufig auch stark kritisiert. Erstmals wird nun ein besonderes Augenmerk auf die Umsetzung in den beiden oberen Führungsebenen gelegt. Nicht nur, dass die gesetzlichen Regelungen für die Führungs- ebenen viel komplexer und vielschichtiger sind – sie treffen auch eine erheblich größere Zahl von Frauen und sind damit von besonderer Relevanz. Definitionsprobleme Die Studie zeigt dabei auch die Schwierig- keiten auf, mit denen sich oft international agierende Unternehmen konfrontiert sahen, die vom Gesetz vorgesehenen Führungs- ebenen zu definieren. Hier wollte der Gesetzgeber jedem Unternehmen einen großen Spielraum geben und hat eine Defi- nition nicht in das Gesetz aufgenommen. In der Praxis führte dies bei vielen der untersuchten Unternehmen dazu, dass Being Public ZUR AUTORIN Dr. Katharina Stüber ist als Senior Associate bei Allen & Overy in Frankfurt im Bereich Corporate tätig. Sie berät bör- sennotierte Gesellschaften im Aktien- und Kapitalmarktrecht, insbesondere auch zu Fragen der gesetzlichen Frauenquote. Foto: © Robert Kneschke – Fotolia.com

Seitenübersicht