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GoingPublic 1/2017

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18 Januar 2017 „Unser IPO war ein Eisbrecher in Deutschland“ Kurzinterview mit Dr. Georg Kellinghusen, CFO, und Dr. Martin Langer, EVP Corporate Development, BRAIN AG GoingPublic: Herr Dr. Kellinghusen, Sie haben im Februar als erstes deutsches Unternehmen 2016 den Sprung aufs Parkett geschafft. Der Aktienkurs per- formt überdurchschnittlich. Was hat sich seit Ihrer Börsennotiz verändert? Kellinghusen: Bereits vor dem Börsengang waren wir gefragt am Markt. Dadurch, dass wir uns u.a. auf die Erforschung natür- licher Wirkstoffe im Bereich Nutrition spezialisiert haben, decken wir aktuelle Megatrends ab. Nachhaltigkeitsthemen erfahren generell eine hohe Akzeptanz am Markt, was ein Vorteil für uns ist. Durch den Börsengang hat sich unsere Wahrneh- mung noch einmal verstärkt. Das spiegelt sich auch im aktuellen Aktienkurs wider. Zudem ist die strategische Partnerschaft mit DOLCE, mit denen wir an der Entwick- lung einer gesunden Variante von Zucker- ersatzstoffen arbeiten, ein Treiber. Damit sehen wir uns bestätigt, dass unser Kon- zept tragfähig ist und der Börsengang die richtige Entscheidung war. Herr Dr. Langer, viele deutsche Jung- unternehmen aus der Biotech-Branche zieht es für ein IPO an ausländische Börsen, wie die Nasdaq oder die EuroNext. Wieso sind Sie Ihrem Heimatmarkt treu geblieben? Langer: Ein Listing an einer ausländischen Börse kam für uns eigentlich nie in Frage: Mit 50.000 Retailkunden von unserem Private-Equity-Gesellschafter MiG AG wussten wir schon vor dem IPO, dass wir eine hohe Privatanlegerquote bedienen könnten. Wir sind froh, dass wir das Vertrauen vieler Privatanleger gewinnen konnten – diese gesunde Basis an Retail- Investoren hätten wir im Ausland erst einmal aufbauen müssen. Außerdem war unser IPO eine Art Eisbrecher in Deutsch- land, wo es seit 2005 keinen Börsengang eines Biotech-Unternehmens mehr gab. Das freut uns natürlich. Welche weiteren Pläne verfolgen Sie für die Zukunft? Noch schreiben Sie unter dem Strich rote Zahlen… Kellinghusen: Mit den rund 30 Mio. EUR Erlösen aus dem Börsengang haben wir eine gute Basis geschaffen, um uns bis zum Break-even zu finanzieren, den wir übri- gens im Verlauf des Geschäftsjahres 2017/18 erwarten. Mit den genannten Part- nerschaften wollen wir die Verluste in den nächsten zwei Jahren drastisch minimie- ren. Bereits jetzt sind wir auf einem guten Weg dahin. Eine gute Voraussetzung also, um in den nächsten Jahren überdurch- schnittlich zu wachsen. Dadurch, dass wir mit unserem Geschäftsmodell ein breites Spektrum und eine diversifizierte Produkt- pipeline anbieten, z.B. neben Nutrition auch Green Mining, bleiben die Risiken vergleichsweise gering. Auch M&A-Trans- aktionen schließen wir für die Zukunft übrigens nicht aus. Das Interview führte Svenja Liebig. Dr. Martin Langer Dr. Georg Kellinghusen Ausblick Auffällig im ablaufenden Kapitalmarktjahr ist, dass sich das Verhältnis zwischen rei- nen IPOs und Listings fast die Waage hielt. Es scheint, als ob der Börsengang light für viele Unternehmen die sichere Variante gegenüber einem öffentlichen Angebot darstellt. Ebenso kristallisierte sich bei einigen potenziellen Börsenaspiranten heraus, dass sie statt eines IPOs doch lieber den Verkauf an einen strategischen Finanzinvestor vorzogen. So etwa das Immobilienunternehmen Officefirst, das kurz nach seinem Börsenrückzieher im Herbst von seiner Muttergesellschaft IVG Immobilien an den Investor Blackstone ging. Und auch Baustoffhersteller Xella, der bereits 2015 an die Börse strebte und kurzerhand die Pläne abblies, wurde jüngst von der Investmentgesellschaft Lone Star erworben. Das IPO als Exit- Variante schien wohl 2016 nicht die belieb- teste Form gewesen zu sein – Stichwort abermals: Marktschwankungen. Dennoch: Beispiele wie innogy zeigten, dass auch Mega-Börsengänge in Deutschland nach wie vor gelingen können. Ebenso wie der BRAIN-Börsengang, dass bereits „abge- schriebene“ Branchen den Weg an die heimische Börse zurück finden können. Kurzum: In Sachen Quantität war das zu- rückliegende IPO-Jahr sicherlich nicht das stärkste. In Sachen Qualität bot 2016 die eine oder andere überraschende Perle, gleichwohl Qualität sich häufig auch von „Qual“ abzuleiten schien. Fazit Wie gewohnt offerieren die für den Ausblick 2017 befragten Kapitalmarkt- experten eine große Varianz in ihren Prog- nosen. „Die Aktienmärkte werden meiner Ansicht nach weiterhin viele interessante Möglichkeiten bieten. In den einzelnen Branchen hat unser vollautomatisches Tab. 4: Prognosesicherste Tipper 2016 Platz Analyst, Institution 1. Prof. Dr. Dirk Schiereck, TU Darmstadt 2. Max Fischer, max.Equity Marketing 3. Thomas Stewens und Team, BankM Titelthema Rückblick/Ausblick

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