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GoingPublic 1/2017

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Januar 2017 17 5,2 Mrd. EUR bei 6 IPOs im Jahr 2016. Das hohe Volumen ist also praktisch aus- schließlich auf den Ausreißer innogy zu- rückzuführen. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatten wir mit 14 IPOs mehr als das Doppelte zu bieten (Emissionserlös: 6,5 Mrd. EUR). Immerhin: Zwei der sechs IPO-Neulinge performten seit der Erst- notiz überdurchschnittlich – MyBucks und BRAIN. Zu optimistisch getippt? Bei unserer alljährlichen GoingPublic Magazin-Umfrage lagen diverse Befragte wieder sehr nahe dran mit ihren Einschät- zungen, zumal 5 Mrd. EUR als runde Zahl sicherlich häufiger Nennung findet als z.B. 8,3 Mrd. Insgesamt zeigt sich jedoch, dass die meisten Marktteilnehmer auf wesent- lich mehr IPOs 2016 tippten: Bis zu 20 Börsengänge wurden von immerhin zwei „Neues Marktsegment auch kein Qualitätsgarant“ Kurzinterview mit Remco Westermann, CEO, gamigo AG, über Wachstum innerhalb eines volatilen Börsenumfelds, Finanzierungsmöglichkeiten über die Börse und die Pläne aus Eschborn, ein neues Marktsegment zu starten GoingPublic: Herr Westermann, wie lautet Ihr persönliches Fazit für das IPO- und Börsenjahr 2016? Weltweit war die wirtschaftliche Ausgangslage ja schon etwas holprig. Westermann: 2016 war für uns in vielerlei Hinsicht ein sehr erfolgreiches Jahr. Wir haben unsere Position als Online-Spiele- plattformspezialist im schnell wachsenden Markt für Spiele in Europa und Nordame- rika mit strategischen Zukäufen weiter aus- gebaut. Inklusive des Mergers mit Aeria Games sind wir jetzt bei über 100 Mio. registrierten Nutzern. Damit sind wir einer der größten Anbieter im europäischen Markt. Seit 2014 ist es uns gelungen, rund ein Dutzend Unternehmen zu akquirieren – und erfolgreich zu integrieren. Unsere Ent- wicklung spiegelt sich in einer stetigen Steigerung unseres EBITDA und damit auch im Kurs unserer börsennotierten Anleihe wider, der seit Monaten konstant über 100% notiert. Auch 2017 möchten wir daran anknüpfen und erneut profitabel wachsen. Neben organischem Wachstum sollen dazu auch weitere Übernahmen beitragen. Wie beurteilen Sie die doch erleichterten Reporting-Pflichten – irgendeine Relevanz für Sie? Nicht wirklich, da wir seit unserer Anleihe- Emission 2013 ohnehin auf hohem Level transparent kommunizieren. Wir sind mit unserer Anleihe im Quotation Board der Frankfurter Wertpapierbörse notiert und werden auch zukünftig den Kapitalmarkt zeitnah und umfassend über unsere Unternehmensentwicklung informieren: Corporate News, Adhoc-Mitteilungen sowie Jahres- und Halbjahresberichte. Mit der Finanzpresse stehen wir zudem in regelmäßigem Austausch und nehmen an mehreren Investorenkonferenzen pro Jahr teil. Was halten Sie von den Plänen der Deutschen Börse für ein neues Marktsegment? Es fehlt in Deutsch- land an Finanzie- rungsmöglichkei- ten für kleinere und jüngere Unter- nehmen. Wir sind also sehr gespannt, wie dieses neue Wachstumssegment für kleinere und mittlere Unterneh- men gestaltet wird, das ja im März 2017 starten soll. Ich vermute, dass damit vor allem Privatanleger adressiert werden, denn institutionelle Investoren legen andere Kriterien an Investments an als im neuen Segment gefordert. Bei den Privat- anlegern könnte die Enttäuschung groß sein, wenn sich zeigt, dass das neue Segment womöglich auch kein Qualitäts- garant ist. Das Interview führte Falko Bozicevic. Remco Westermann Experten prognostiziert – auf weniger als 6 IPOs tippte indes gar niemand. Insge- samt rechnete man mit durchschnittlich 14 Börsenneuzugängen – also rund mehr als das Doppelte des tatsächlich eingetrof- fenen und nicht ganz zufällig auch genau der Vorjahreswert. Dem DAX wurde gleichfalls zu viel zuge- traut: So tippten die Befragten im Durch- schnitt auf rund 12.000 Punkte – also etwa 800 Punkte mehr, als der tatsächliche Stand zum Jahresende 2016 hergibt (Stand: 9. Dezember). Und wiederum die „üblichen +10%“, die praktisch immer bei Umfragen dieser Art herauskommen. Beim Emissions- erlös waren sich die meisten Experten je- doch relativ sicher und tippten mit durch- schnittlich 5,1 Mrd. EUR fast punktgenau richtig. Auch der KMU-Anleihemarkt wurde trotz diverser Rückschläge und Insolvenzen 2016 – KTG Agrar + Energie, German Pellets, Steilmann, Wöhrl etc. – relativ realistisch eingeschätzt: Der Durchschnitt tippte auf 17 IBOs – 14 Neuzugänge am Mittelstands- anleihemarkt gab es dann tatsächlich. Aufgrund der teilweise optimistischen Prognosen der Befragten wird deutlich, dass das Jahr 2016 in vielerlei Hinsicht an- ders verlief als geplant und voller Über- raschungen steckte – US-Wahl, EU-Refe- rendum, Italien, Türkei, China, Russland. Alles jeweils für eine Überraschung gut. Auch wenn politische Börsen fast immer kurze Beine haben, schienen all die politi- schen Umbrüche und Neuerungen den IPO-Markt doch wenigstens nicht ganz heruntergefahren zu haben. Nichtsdesto- weniger: Deutschland kann mehr. Deutschland muss mehr können: Es kann eigentlich nicht wirklich sein, dass die weltweit viertgrößte Volkswirtschaft ganze sechs IPOs hervorzubringen vermag. Titelthema Rückblick/Ausblick Januar 201717

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